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Eine Jubiläumsfeier im Geiste der Dankbarkeit

 

Fast auf den Tag genau am 25. April 2026 feierte der Förderverein Mutter-Anna-Kirche Sanktanna e.V. zehn Jahre seines Bestehens. Der Einladung ins Kulturgebäude Leingarten sind weit mehr als 300 Gäste gefolgt. Auffallend war die festliche Stimmung von Beginn an. Die Glocken der Heimat läuteten den Festtag ein. Der feierliche Gottesdienst, der den Auftakt der Jubiläumsveranstaltung machte, legte ein Zauberband auf die anwesenden Gäste.

Unter den Blasmusikklängen von „Maria zu lieben“ fand der Einzug der Heimatpriester Karl Zirmer und Josef Hell, der Ministranten Sebastian und Valentin und der Fahnenabordnungen, statt. Die Blaskapelle der HOG Sanktanna spielte die altbekannten Kirchenlieder und die Besucher sangen fleißig mit. Auch Jürgen Abfalder an der E-Orgel begleitete zwischendurch mit viel Freude den Gesang der Gottesdienstbesucher. Pfarrer Josef Hell begrüßte alle Anwesenden, sichtlich gerührt über den übervollen großen Saal. Er hatte die Gesamtleitung des Gottesdienstes inne. In seiner Predigt unter dem Motto „Lasset uns danken dem Herrn, unserm Gott“, würdigte Pfarrer Zirmer den Einsatz und die Spendenbereitschaft seiner Landsleute für ihre Heimatkirche. Sie sei „ein heiliger Ort besonderer Art … ein wichtiger Erinnerungsort unseres Glaubens … ein kostbarer Schatz unserer Heimat“. Pfarrer Zirmer ist der Überzeugung, dass „unser Einsatz für den Erhalt dieses wundervollen Baus kann uns auch helfen, unseren Glauben zu erneuern, zu vertiefen“. Den Messnerdienst übernahm dankenswerter Weise Katharina Reiter. Die Totenehrung ist immer ein fester Bestandteil des Gottesdienstes in der neuen Heimat. Der Trauermarsch „Ewig Nacht“ ließ unseren Gedanken und unseren Tränen freien Lauf. Das würdevolle Erinnern wiederspiegelte sich auch in eindrucksvoller Weise in den Fürbitten welche Valentin Hell vortrug: „Für unsere Toten, besonders für jene, die zum Bau und zum Erhalt unserer Heimatkirchen beigetragen haben: lass sie die ewige Vollendung finden in Dir“. In einer anderen Fürbitte kam das zum Ausdruck, was in anderer Form in der Satzung des Fördervereins verankert ist: „hilf uns den kostbaren Schatz des Glaubens, den uns unsere Ahnen hinterlassen haben, treu zu bewahren und an die kommenden Generationen weiterzugeben“. Namentlich wurde auch an den verstorbenen Heimatpfarrer Andreas Straub gedacht. Unter seiner Initiative und Regie wurde die Innenmalerei der Mutter-Anna-Kirche 1972 erneuert und das Bilderprogramm der Kirche erweitert.

Das Lied „Sankt Anna voll der Gnade“ eröffnete den Reigen der Festansprachen. Der Vorsitzende des Fördervereins Herbert Hellstern richtete einen besonderen Gruß an die anwesenden Ehrengäste: Den stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Landsmannschaft der Banater Schwaben, Herrn Jürgen Griebel, an Frau Dr. Swantje Volkmann, Kulturreferentin für den Donauraum beim Donauschwäbischen Zentralmuseum in Ulm, an Herrn Walter Tonta ehemaliger Redakteur der Banater Post, an Theresia Reiter, Vorsitzende der HOG Sanktanna, an Josef Lutz, Ehrenvorsitzender der HOG Sanktanna sowie an alle anwesenden HOG- und Kreisvorsitzenden in landsmannschaftlicher Verbundenheit.

Herr Hellstern gab einen eindrucksvollen Einblick in die Entstehungsgeschichte des Fördervereins und seine Initiativen, Spenden und Zuschüsse zu generieren. Laut Herrn Hellstern sei die Mutter-Anna-Kirche „weit mehr als nur ein Bauwerk. Sie ist ein Ort des Glaubens“ und „zeugt von der christlichen Tradition der damaligen Auswanderer… Mit ihrer Sanierung wird nicht nur ein Gebäude erhalten, sondern auch ein Stück Identität und ein Stück Dorf-Geschichte. Wir haben damit erneuert, was Zukunft braucht. Identität braucht Zukunft“. Als Vorsitzender des Fördervereins würdigte Herr Hellstern die Mitglieder, alle Förderer und Unterstützer des Vereins und seiner Sanierungsprojekte, Künstler, Musiker und Referenten und dankte in besonderer Weise dem Helferteam „nur mit Ihnen im Helferteam war es möglich, die Benefizveranstaltungen zu organisieren, um Spenden zu erhalten. Ein Förderverein braucht Menschen, die sich kümmern, die Verantwortung übernehmen, die für eine Sache brennen. Menschen, die sagen, die Heimat ist es wert, sich zu engagieren. Menschen, die treu zu ihrer Heimat stehen“. Solche Menschen haben sich im und um den Förderverein zusammengefunden. Am Schluss seiner Ansprache kamen auch die Finanzierung der Sanierungsmaßnahmen zur Sprache und ein Ausblick wie es weiter geht. Sein Wunsch „Möge die Sanierung der Kirchenpatronin und der Stadt Sanktanna zur Ehre und Zierde sowie dem Gotteshaus der Gläubigen von Sanktanna zur Glorie gereichen. In diesem Sinne widmet der Vorstand des Fördervereins das Werk der Sanierung der Mutter-Anna-Kirche den Vorgenannten mit den Worten:

Der Kirchenpatronin zur Ehre

Der Stadt Sanktanna zur Zierde

Den Gläubigen von Sanktanna zur Glorie ihrer Kirche“.

Als zweiter Festredner sprach Herr Jürgen Griebel von dem imposanten Bau der Mutter-Anna-Kirche als „steinernes Herz einer Gemeinschaft“. Er würdigte die außergewöhnliche Erfolgsgeschichte des Fördervereins, welche unter der weitsichtigen Initiative von Herbert Hellstern und der Projektleiterin in Sanktanna, Marianne Hellstern, das Unmögliche möglich machten. Herr Griebel verwies auf den Bundesvorsitzenden Herrn Peter-Dietmar Leber und an die wegweisende Begegnung zusammen mit Anton Bleiziffer bei Herrn Hellstern im Innenministerium BW im Jahre 2016. Die anerkennenden Worte des Bundesvorsitzenden fanden dankbare Zuhörer „Sie haben getan, sehr viel getan – ein kleiner Verein, ein effizienter Vorstand, ein starker Wille, viele Ideen, viele verwirklicht“. Blicke man heute auf die vergangenen zehn Jahre zurück, so werde deutlich „was für eine beeindruckende Leistungsbilanz“ der Förderverein vorweisen könne. Herr Griebel gestand: „Sie haben nicht nur Pläne geschmiedet, Sie haben Taten folgen lassen … diese Leistungen sind keine Selbstverständlichkeit. Sie sind das Ergebnis Ihrer unermüdlichen Arbeit in verschiedenen Leistungsfeldern … Durch das Engagement des gesamten Vorstandes ist es gelungen, die Brücke zwischen der alten und der neuen Heimat stabil zu halten. Sie haben gezeigt, dass Distanz keine Rolle spielt, wenn die gemeinsame Identität und er Glaube das Fundament bilden“. Persönlich adressierte sich Herr Griebel am Schluss seiner Ansprache an die Vorstandsmitglieder, Spender und Partner „sie bewahren nicht nur ein Gebäude, Sie bewahren die Geschichte und die Würde einer ganzen Volksgruppe. Dank Ihres Wirkens wird die Mutter-Anna-Kirche auch für künftige Generationen als Leuchtturm im Banat bleiben“.

Vor den Klängen von „Sankt Anna voll der Gnade“ überbrachte Sebastian Hell die Grußworte aus der alten Heimat von Domkapitular Andreas Reinholz, Pfarrer in Maria Radna und Sohn Sanktannas. Er schickte herzliche Grüße, denn „der heutige Tag ist ein Tag des Dankes, der Freude und der Erinnerung“. Er selbst habe die Sanierungsarbeiten vor Ort mit großem Interesse verfolgt und im Gebet begleitet. Pfarrer Reinholz spricht dem gesamten Vorstand, ebenso jedem einzelnen Spender und Helfer in Deutschland sowie in Sanktanna „im Namen der Gemeinde von Herzen ein Dankeschön und ein Vergelt´s Gott“ aus. „Ihr dürft stolz sein auf das Erreichte. Nicht vielen Vereinen ist das gelungen, was ihr euch vorgenommen habt. Die Hl. Mutter Anna möge euch und uns alle mit ihrem Segen und ihrem Schutz begleiten“. Mit dem Gruß der Gottesmutter Maria von Radna schloss sein Grußwort zum zehnjährigen Vereinsjubiläum.

Unter dem feierlichen Gesang von „Großer Gott wir loben Dich“ begleitet durch die Blaskapelle endete der erste Teil der Jubiläumsveranstaltung. Es folgte eine Kaffeepause mit einem riesigen Kuchenbuffet. Über 40 Torten freuten sich reger Abnahme. Herzlichen Dank an alle Kuchenspendern! Dieser Zuspruch hat uns überwältigt.

Anschließend nahm die Blaskapelle der HOG Sanktanna unter der Leitung von Josef Wunderlich wieder ihren Platz auf der Bühne ein. Bis zum Abendessen spielten sie die bekannten und heiß geliebten Lieder, welche wir alle aus unserer Heimat kennen. Es wurde viel getanzt, gelacht, gesungen und erzählt. In den Blasmusikpausen passierte so manche Überraschung. Familie Hell spendete einen Sanktannaer Kirchweihhut, gefilzt von einem Hutmacher in Rumänien und von Tante Edusch in Sanktanna geschmückt. Jedes der 500 Lose wurde verkauft und der Gewinner am Ende des Nachmittags ermittelt: Der Hut ging an Ferdinand Sandula aus Bakowa. Der stolze Gewinner trug ihn mit Würde den ganzen Abend!

Eine überaus gelungene Überraschung war die Jubiläumstorte in Form der Mutter-Anna-Kirche. Konditormeister Stefan Tänzler, geboren in Sanktanna, entwarf sie und spendete sie dem Förderverein zum zehnjährigen Vereinsjubiläum. Herr Tänzler hat die überaus leckere Torte von der Seite dargestellt, die das letzte große Projekt zeigt, an dem zurzeit gearbeitet wird. Gegen eine kleine Spende durfte jeder ein Stück von der Torte haben.

In einer weiteren musikalischen Pause bat Katharina Hell, die durch den Nachmittag führte, Herrn Herbert Hellstern auf die Bühne. 2017 beim Dankgottesdienst zum Abschluss der Dachsanierung wurde Herr Hellstern von Bürgermeister Daniel Sorin Tomuta zum Sohn der Gemeinde ernannt. Wir, die Sanktannaer, haben ihn schon lange ins Herz geschlossen und betrachten ihn als einer von uns, denn er wurde einer von uns! In ihrer Ansprache sagte Frau Hell, Herr Hellstern „hat nicht nur unsagbaren Mut bewiesen einen Förderverein ins Leben zu rufen, er hat an uns geglaubt und wir haben ihm vertraut. Der Funke der Begeisterung ist übergesprungen und wurde zum Flächenbrand. Dankbarkeit erfüllt unsere Herzen, denn er hat uns angenommen so wie wir sind und hat das Beste für unsere Heimatkirche aus uns herausgeholt“. Damit Herrn Hellstern am Kirchweihfest 2027 teilnehmen könne, bekam er von seinen Sanktannaern einen Kirchweihhut geschenkt. Tosender Applaus spiegelte sich in den darauffolgenden Minuten im Saal wieder. Dies ist ein unüberhörbares Dankeszeichen dafür, dass wir den richtigen Mann an der Spitze des Fördervereins haben.

Es gibt immer noch viele Leute, die dem Förderverein was Gutes tun wollen und gerne unterstützen. So auch der Metzger Erwin Haas aus Sanktmartin, ehemaliger Ministrant beim Sanktannaer Pfarrer Karl Zirmer während seiner Wirkungszeit in Arad. Er machte die  Wurst fürs Abendessen. Rosi und Joschi Vona waren in der Küche aktiv und haben dafür gesorgt, dass alle was Leckeres zum Abendessen auf ihrem Teller hatten. Die überaus große Gästezahl erforderte ein erweitertes Helferteam. Unser Dank ergeht an alle die mitgeholfen haben, damit dieser Tag nicht nur reibungslos, sondern auch unvergesslich bleiben wird. Vergelt´s Gott für Eure Hilfe und Unterstützung!

Nach der Stärkung ging es musikalisch weiter. Michael Reinholz stand auf der Bühne und lud zum Tanzen ein. Und die Gäste ließen sich nicht lange bitten. Die gute Stimmung dauerte an und die Tanzfläche füllte sich. Michael spielte auch Lieder seiner Schwester Mara Kaiser und sang zum verwechseln ähnlich. Genauso wie die Blaskapelle der HOG Sanktanna, war es auch für Michael Reinholz der zweite Auftritt beim Förderverein. Wie bei ihrem ersten Auftritt, so sorgten beide wieder für einen vollen Saal und gute Laune. Und nicht nur das, es waren mit dieser Jubiläumsveranstaltung die benefizstärksten Veranstaltungen in der bisherigen Vereinsgeschichte.

Während der ganzen Jubiläumsveranstaltung waren im Foyer des Kulturgebäudes zwei große Bildschirme aufgestellt. Karl Hell präsentierte auf einem Bildschirm ausgewählte Bilder von allen Sanierungsprojekten und auf dem anderen Bildschirm gut sortierte Bilder aller Benefizveranstaltungen der letzten zehn Jahre. Ein dritter Bildschirm ermöglichte den Zugang zur Homepage des Fördervereins. Karl Hell war es auch, der während des Festgottesdienstes die Texte der Lieder einblendete und für die richtige Beleuchtung und Technik sorgte. Unterstützt wurde er dabei von Anton Kappes aus Heilbronn.

Selbstverständlich gab es auch wieder unseren Verkaufstisch mit selbst hergestellten und gespendeten Sachen für den guten Zweck.

Nach ein Uhr Nachts fand dieser wundervolle Tag sein Ende. Zufrieden und rundum glücklich traten alle ihren Heimweg an. Ein großes Dankeschön ergeht an alle, die zum Gelingen dieses Festtages beigetragen haben. Ein besonderer Dank für die erwiesene Förderung ergeht an die Kulturreferentin für Südost Europa Dr. Swantje Volkmann am DZM Ulm.